Wärme kann etwas angenehmes und im therapeutischen Bereich auch gesund sein. Manche Leute empfinden Hitze als angenehm, wenn sie z.B. in eine Sauna gehen. Wenn wir Menschen jedoch wetterbedingter Hitze ausgesetzt sind, diese tagelang andauert und auch die Nächte keine Abkühlung mehr bringen, fühlt sich das nicht mehr angenehm an. Es kann bei so manchem zu gesundheitlichen Problemen führen.

Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke und Kleinkinder werden von Hitze in hohem Maße beeinflusst.

Wenn bei extremer Hitze die Außentemperatur der Körpertemperatur entspricht, kann der Körper nur sehr schlecht Wärme abgeben. Ein langer Aufenthalt in der Sonne und eine geringe Flüssigkeitsaufnahme erschweren eine Wärmeregulierung des Körpers, so dass hitzebedingte Erkrankungen entstehen können.

Erste Hinweise für eine mögliche Hitzeschädigung sind:
  • sehr hohe Körpertemperatur (>  39°C)
  • trockener Mund
  • heftige Kopfschmerzen
  • Erschöpfungs- oder Schwächegefühl
  • Kreislaufbeschwerden
  • Unruhegefühl
  • plötzliche Verwirrtheit
  • starkes Erbrechen
  • Bewusstseinstrübung, Bewusslosigkeit

Die meisten von uns besitzen keine Klimaanlage. Das Nachrüsten einer Wohnung oder eines Hauses ist teuer und nicht selten ist es technisch oder finanziell nicht möglich. Einfacher ist es Jalousien, wenn möglich aussen, montieren zu lassen. Moderne Jalousien mit Sensoren öffnen zuerst nur die obersten Lamellen, damit es im Raum nicht zu dunkel ist. Die Lamellen werden soweit geöffnet, dass nur Reflexionen an der Decke für Licht im Raum sorgen. Direktes Licht wird vermieden.

Jene, die das Glück haben, einen Balkon oder eine Terrasse ihr eigen nennen zu können, haben die Möglichkeit eine Markise oder ein Sonnensegel zu montieren. Natürlich geht es auch ganz klassisch: der gute alte Sonnenschirm kann helfen Hitze abzuhalten. Der neueste Trend sind Pergolen, die mit Pflanzen z.B. Wein, Efeu u.ä. bepflanzt werden können. Sieht nicht nur schön aus, sondern gibt Schatten und direkte Sonneneinstrahlung wird vermieden.

Zum Glück gibt es Möglichkeiten, wie diese heiße Tage und Nächte ohne großen finanziellen Aufwand gemeistert werden können.

Ich habe Ihnen einige Tips und Tricks aufgelistet, die Ihnen das Leben bei Hitze erleichtern soll.

Hängen Sie nasse Tücher vor die Fenster. Durch die Verdunstungskälte wird es im Raum kühler.

Richtig lüften – öffnen Sie alle Fenster früh morgens, wenn es noch kühl ist, damit ein guter Durchzug entstehen kann. Sobald es wärmer wird, wieder die Fenster schließen und die Räume mittels Rolläden abdunkeln. Gibt es keine Rolläden, schließen sie die Vorhänge.

Schalten Sie alle Geräte ab, die sie nicht benötigen und die Abwärme verursachen wie z.B. Computer, Lampen, Elektrogeräte.

Ein Ventilator kann hilfreich sein, wenn die Luft „steht“ – ein Ventilator verbraucht wesentlich weniger Energie als ein Klimagerät.

Handgelenke und Unterarme ein paar Minuten unter kaltes Wasser erfrischt. Kaltes Wasser auf Nacken und Schläfen haben ebenso einen kühlenden Effekt.

Nehmen Sie zwischendurch kalte Fußbäder. Diese kühlen den Körper ab und unterstützen den Kreislauf.

Legen Sie die Einlegesohlen Ihrer Schuhe über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Tag haben Sie für einige Zeit angenehm gekühlte Füße.

Beim Duschen sollten Sie lauwarmes Wasser verwenden und nur zwischendurch auf kalt stellen. Nur kaltes Duschen ist zwar für den Moment eine Erfrischung, der Körper fängt aber anschließend an, sich aufzuheizen um ihn auf die richtige Körpertemperatur zu bringen. Abwechselnd kalt und lauwarm regt den Kreislauf an.

Ein paar Tropfen Chinaöl auf einen nassen Waschlappen geben und damit den Körper abreiben. Das kühlt den Körper. Schleimhäute und empfindliche Hautpartien bitte nicht damit abreiben.

Viel aber nicht zu kalt trinken. Besser ist es auf Zimmertemperatur erwärmte Getränke trinken. Bei eiskalten Getränken muss der Körper die Flüssigkeit auf Körpertemperatur bringen und erhitzt dadurch den Körper, was zu Schwitzen führt.

Trinken Sie nicht nur Wasser. Durch das Schwitzen verlieren Sie wichtige Elektrolyte. Grüner Tee oder Kräutertees eignen sich sehr gut für den Sommer. Frische Minze in Wasser, Saft oder Tee unterstützt den Körper beim Kühlungsprozess. Eine Prise Salz im Tee hilft den Elektrolythaushalt im Gleichgewicht zu halten.

Auch Kaffee sollten Sie meiden. Nach dem Konsum von Kaffee wird der Kreislauf zwar stimuliert, aber sind die Wirkstoffe abgebaut, fällt der Kreislauf wieder ab. Gerade ältere Menschen, die Kreislaufprobleme haben, sollten bei Hitze besonders darauf achten.

Stellen Sie die Ernährung auf Sommermodus um. Essen Sie mehr Früchte, die im Süden wachsen. Laut TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) kühlt der Genuss von Südfrüchten den Körper von innen heraus. Zimt und Ingwer, die den Körper zum Schwitzen bringen, sollten zum Erwärmen nur im Winter zu sich genommen werden. Auch Schnitzel und Schweinsbraten sind im Sommer kontraproduktiv.

Sie haben sicher schon bemerkt, daß sie manchmal nach Alkoholkonsum schwitzen. Der Grund ist, dass die Blutgefäße erweitert werden. Dadurch fließt das Blut schneller durch den Körper, was ihn erwärmt. Daher bei Hitze keinen Alkolhol trinken.

Anhänger von schwarzer und vielleicht körperbetonter Kleidung sollten im Sommer Fans von heller und weiter Kleidung mit langen Ärmeln werden. Idealerweise aus leichten Naturmaterialien. Weite Schnitte lassen am meisten Luft an die Haut und lassen Sie auch die Hitze leichter ertragen. Lange weite Ärmeln schützen vor Sonnenbrand.

Auch der Kopf muss geschützt werden. Am Besten einen Sonnenhut nehmen. Kapperl schützen den Nackenbereich zu wenig. Keine Kopfbedeckung zu verwenden kann zu einem Sonnenstich führen. Die Wärmestrahlung der Sonne führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße im Bereich der Hirnhäute. Dadurch kann eine Schwellung des Gehirns hervorgerufen werden, was als Sonnenstich bezeichnet wird.

Fächer oder Miniventialtoren können bei schwüler Hitze Erleichterung bringen.

An besonders heißen Tagen sollten Sie keinen Sport betreiben und wenn doch, nur in den kühlen Morgenstunden oder abends, wenn die größte Hitze vorbei ist.

Nicht umsonst halten in den südlichen Ländern die Menschen mittags bis in den späten Nachmittag Siesta. Und erst dann beginnt wieder das rege Treiben auf den Straßen. Daher sollten auch Sie sich in den heißesten Stunden des Tages eine Siesta gönnen.

Duschen Sie vor dem Schlafengehen lauwarm. Das kühlt den Körper ab, streßt ihn aber nicht. Ein gekipptes Fenster, eine leichte Decke oder ein Leintuch zum Zudecken und kurze leicht Baumwollkleidung sind ideale Begleiter für einen entspannten Schlaf. Achten Sie darauf, dass durch gekippte oder offene Fenster keine Zugluft entsteht. Nacktes Schlafen ohne Decke kann zu Erkältungen führen.

Wenn warme Füße Sie nicht schlafen lassen, funktionieren Sie eine Wärmflasche in eine Kühlflasche um. Befüllen Sie eine Wärmflasche mit kaltem Wasser und legen Sie diese für ca. 2 Stunden in den Kühlschrank. Anschließend legen Sie sie zwischen Ihre Füße. Ein angenehm kühlender Effekt tritt ein.

Nachts sollten Ventilatoren oder Klimageräte ausgeschaltet sein.

Mittlerweile haben alle Autos Klimaanlagen. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Wenn Sie verschwitzt ins Auto steigen und im Auto tiefe Temperaturen herrschen, kann dies zu schlimmen Erkältungen führen. Auch der Kreislauf leidet, wenn Sie aus einem kalten Auto aussteigen und außen hohe Temperaturen herrschen. Der Temperaturunterschied sollte nicht mehr als 5°C betragen.

Bevor Sie aber in ein glutheißes Auto einsteigen, öffnen Sie alle Türen und lassen Sie 2 Minuten frische Luft hinein.

Achten Sie auf die Lagerung Ihrer Medikamente. Manche Medikamente dürfen nicht zu großer Wärme ausgesetzt sein. Diese sollten während Hitzeperioden ev. im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Auch die Dosierung von Medikamenten kann sich bei Hitze ändern. Z.B. bei Blutdrucksenkern sollte Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Wer während einer Hitzephase Antibiotika einnehmen muß, sollte verstärkt auf seine Haut achten. Zu viel Sonnenlicht kann zur Gefahr werden. Wenn Sie sich nicht sicher sind und der Beipackzettel der einnehmenden Medikamente zu wenig Informationen für Sie hat, fragen Sie auf alle Fälle Ihren Arzt oder den Apotheker Ihres Vertrauens.

Manche Menschen haben sehr aktive Schweißdrüsen. In Hitzeperioden schwitzen diese Personen besonders viel. Geben Sie 10 bis 15 Esslöffel Bockshornkleesamen in das lauwarme Badewasser. Das beruhigt die Schweißdrüsen. Natürlich gilt dieses Rezept für das ganze Jahr.

Was Ihnen bei Hitze gut tut, ist individuell verschieden. Probieren Sie aus, wo Sie glauben, daß es Ihnen hilft die Hitze erträglicher zu machen.