Im ersten Teil des Themenschwerpunktes „Pensionsschock“ habe ich mich mit der Definition und den Ursachen beschäftigt. Heute möchte ich über Möglichkeiten schreiben, daß es erst gar nicht dazu kommt oder falls er schon eingetreten ist, was man dagegen tun kann.

Was also tun, wenn Mitarbeiter und Kollegen weg sind, in höheren Positionen die Sekretärin, das Dienstauto und das Spesenkonto wegfallen? Und das von einem Tag auf den anderen. Plötzlich keine Struktur mehr, kein minutiös geplanter Tagesablauf.

Woran kaum jemand denkt, ist, daß auch der Ruhestand vorbereitet werden muß. Man kann es wie ein Projekt sehen, das organisiert werden soll.

Gerade Menschen, deren Freundes- und Bekanntenkreis hauptsächlich aus Arbeitskollegen besteht, sind gefährdet, den klassischen Pensionsschock zu bekommen. Sie sollten bereits vor der Pensionierung versuchen, soziale Kontakte außerhalb des Berufsfeldes zu finden. Klingt einfach, ist aber für jene, deren Leben nur aus Arbeit besteht, eine Herausforderung.

Folgende Fragen sollten Sie sich stellen:

  • Welche Interessen (außer meinem Beruf) habe ich?
  • Was kann ich, welche Fähigkeiten, Talente habe ich?
  • Kenne ich Personen in meinem Umfeld, die ebenfalls bald in Pension gehen oder gerade pensioniert wurden?
  • Kann ich meine Familie unterstützen – Stichwort Enkel, Haushalt, Garten? Hinweis für Männer: klären Sie vorher ab, ob Ihre Frau Hilfe im Haushalt oder im Garten möchte, sonst könnte es eventuell zu Konflikten kommen, da Ihre Frau erstens Hilfe nicht gewöhnt ist und sie vielleicht in ihr Hoheitsgebiet eindringen. Kann sein, muß nicht sein.
  • Gibt es Institutionen und Einrichtungen wie Vereine oder Hilfsorganisationen, wo ich mein Wissen und meine Erfahrungen einbringen kann?
  • Wo finde ich Gleichgesinnte?

Kaum Pensionsschock gefährdet sind auf jeden Fall Menschen, die sich aktiv neue Aufgaben und Tätigkeitsfelder suchen. Und nur weil bei Formularen als Berufsbezeichnung jetzt Pensionist angegeben werden muß, heißt das noch lange nicht, daß das Leben vorbei ist. Gerade Lernen ist beim Älter werden wichtig, da das Gehirn trainiert wird. Vielleicht eine neue Sprache lernen, eine neue Maltechnik ausprobieren oder handwerkliche Fähigkeiten perfektionieren. Es gibt keine Grenzen, um Neues auszuprobieren. Interessanterweise sind laut Verena Günther von der Uni-Klinik für Psychiatrie in Innsbruck Frauen weniger vom Pensionsschock betroffen als Männer. Der Grund liegt darin, daß sie privat meistens besser vernetzt sind als Männer und mehr außerberufliche Kontakte haben.

Also die Pension nicht bis zum Schluß verdrängen und dann hineinstolpern, sondern sich vorbereiten, planen und dann genießen. Und all jene, die sich bereits mit ihrem sogenannten „sinnentleerten“ Leben abgefunden haben, kann ich nur empfehlen: Auf zu neuen Ufern. Das Leben hört mit der Pensionierung nicht auf, sondern neue Herausforderungen können auf Sie zukommen – wenn Sie wollen.

Falls Sie sich noch mehr mit diesem Thema beschäftigen möchten, hier noch einige Links zu Seiten, die sich mit dem Thema Pensionsschock beschäftigen.

http://www.forumgesundheit.at

http://www.seniors4success.at

http://karrierenews.diepresse.com

https://kurier.at

http://derstandard.at

http://www.wienerzeitung.at