Der berühmte Zahn der Zeit nagt nicht nur an Gegenständen, sondern auch wortwörtlich an den Zähnen.

Zähne sind für den Menschen äußerst wichtig, gerade die eigenen Zähne sind wertvoll und besonders schützenswert. Dabei geht es nicht nur darum, Essen zerkleinern zu können. Kranke Zähne oder entzündetes Zahnfleisch können den gesamten Körper nachhaltig negativ beeinflussen. Werden Erkrankungen wie Karies und Parodontitis über einen längeren Zeitraum nicht behandelt, breiten sich die daraus entstehenden Bakterien unter Umständen im ganzen Körper aus. Die Folgen können sich in Form von Lungenentzündungen, Rücken- und Nackenschmerzen bis hin zum Herzinfarkt oder Schlaganfall zeigen.

Die Zahnprobleme werden mit fortschreitendem Alter aber nicht weniger. Das liegt einerseits am natürlichen Alterungsprozess, kann andererseits aber auch durch falsches Zähneputzen hervorgerufen werden. Auch die Ernährung spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle.

 

Folgen von natürlichem Alterungsprozess der Zähne und / oder schlechter Mundhygiene
  • erhöhte Empfindlichkeit der Zähne und des Zahnfleisches
  • Sekundär- und Wurzelkaries
  • Mundtrockenheit
  • Zahnfleischentzündungen
  • freiliegende Zahnhälse
  • Paradontose

 

Was muss also bei der Zahnhygiene im Alter beachtet werden?

  • Im Alter nicht nachlässig werden mit dem Zähnputzen. Schlechte und unregelmäßige Mundhygiene wirkt sich bei Personen ab 60 schneller negativ auf Zähne und Kiefer aus wie bei Jüngeren.
  • Mindestens 2 Mal täglich Zähneputzen. Manche Zahnärzte empfehlen sogar nach jeder Mahlzeit Zähne zu putzen. Zu häufiges und aggressives Zähneputzen mit einer harten Zahnbürste kann jedoch zu Zahn- und Zahnfleischschäden führen.
  • Vergessen Sie die Zungenreinigung mittels einer Zungenbürste nicht. Auch hier lagern sich Bakterien und Keime ab, die nicht immer durch Zähneputzen verschwinden.
  • Verwenden Sie die richtige Putztechnik. Bei der Recherche zu diesem Artikel bin ich auf mehrere Putztechniken gestoßen. Welche die richtige für Sie ist, klären Sie bitte mit Ihrem Zahnarzt ab.
  • Wählen Sie in Absprache mit Ihrem Zahnarzt die für Sie richtige Zahncreme aus. Das Angebot an Zahncremen ist riesig und unübersichtlich. Drei verschiedene Gruppen von Zahncremen gibt es: Universal-Zahnpasta, Sensitiv-Zahnpasta und Zahnpasta mit bleichender Wirkung. Von letzterer wird zumeist abgeraten, da diese einen sehr hohen Abrieb verursacht. Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass die Zahncreme Fluoride enthält.
  • Achten Sie beim Kauf der Zahnpasta darauf, dass diese einen nicht zu hohen und zu groben Schleifkörperanteil hat. Auch das kann zur Beeinträchtigung der Zahnsubstanz führen. Gerade für sensible Zahnhälse kann dies ein Problem darstellen.
  • Nicht ausspülen nach dem Zähneputzen, sondern nur den Schaum ausspucken. Zahncremen haben verschiedene Wirkstoffe. Diese können durch das Nicht-Ausspülen besser im Mund wirken.
  • Putzen Sie zum richtigen Zeitpunkt. Das unmittelbare Putzen nach dem Verzehr von sauren Nahrungsmitteln (wie z.B. Salatessig, Orangensaft, Erfrischungsgetränke, etc.) weicht den Zahnschmelz auf. Zahnärzte empfehlen daher eine halbe bis eine Stunde zu warten, bevor Sie Ihre Zähne putzen. Eine schweizer Studie widerlegt jedoch diese Regel. Beraten Sie sich mit dem Zahnarzt Ihres Vertrauens.
  • Verwenden Sie Zahnbürsten mit verstärkten Griffen. Gerade Senioren fortgeschritteneren Alters können aufgrund körperlicher Einschränkungen, nachlassender motorischer Fähigkeiten und Sehkraft oft nicht mehr so gut ihre Zähne putzen.
  • Steigen Sie ev. auf eine elektrische Zahnbürste um. Diese putzt gründlicher und hat im Gegensatz zu einer Handzahnbürste automatisch einen stärkeren Griff.
  • Reinigung der Zahnzwischenräume mittels Zahnseide oder Spezialdrahtbürsten. Mit zunehmendem Alter vergrößern sich die Abstände zwischen den Zähnen. Es bleiben mehr Essensreste zwischen den Zähnen hängen und Ablagerungen finden mehr Platz.
  • Mit richtiger Ernährung kann Zahnproblemen vorgebeugt werden. Knackiges Gemüse, Obst und Brotkrusten massieren das Zahnfleisch und regen die Durchblutung an.
  • Kauen Sie Kaugummi. Was in der Schule im Unterricht verpönt war, ist heute von gesundheitlichem Vorteil. Das Kaugummi-Kauen führt zu einem erhöhten Speichelfluss. Dieser hat eine antibakterielle Wirkung und verhindert gleichzeit Mundtrockenheit.
  • Lassen Sie sich regelmäßig (2 Mal pro Jahr) eine Zahnprophylaxe durch Ihren Zahnarzt machen.
  • Lesen Sie die Beipackzettel der Medikamente durch, die Sie einnehmen müssen. Manche Medikamente haben als Nebenwirkung „Mundtrockenheit“. Dadurch wird die Mundhöhle anfälliger für Bakterien. Verwenden Sie zwischendurch Mundspüllösungen oder kauen Sie Kaugummi.

 

Das alles sieht im ersten Moment nach sehr viel aus. Ist es aber nicht. Und wenn Sie das eine oder andere, das Sie noch nicht machen,  zusätzlich berücksichtigen, wird der alte Werbeslogan auch auf Sie zutreffen:

 „Damit Sie auch später noch kraftvoll zubeißen können.“